Terror in London: Sechs Tote bei Anschlägen

Sonntag, 18 Jun, 2017

Ein Lieferwagen ist am Samstagabend auf der London Bridge im Herzen der britischen Hauptstadt in eine Menschenmenge gefahren. Einige Menschen mit leichteren Verletzungen wurden vor Ort versorgt. Drei Terroristen hatten am Samstagabend auf der London Bridge und am nahen Borough Market mindestens sieben Menschen getötet.

Bei dem Terroranschlag mit dem Kleinlastwagen auf der London Bridge hat es laut Polizei "mehr als einen Toten" gegeben. Dort stiegen die drei mutmaßlichen Täter aus und attackierten Menschen mit Messern. Der Wagen fährt weiter zum nahe gelegenen Borough Market, einem beliebten Touristenziel. Zuvor hatte die Konservative Partei von Premierministerin Theresa May eine Unterbrechung ihrer Kampagne angekündigt.

Zwei Tage nach dem Anschlag in London sind alle in der Folge Festgenommenen wieder frei. Anschliessend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: "Dies ist für Allah".

Die getöteten Angreifer seien noch nicht identifiziert worden, sagte die Chefin der Londoner Polizei, Cressida Dick. Es gibt knapp 60 Verletzte, darunter viele Kinder und Jugendliche. Mindestens 48 Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Parlamentswahl am Donnerstag soll wie geplant stattfinden. Ein Bekennerschreiben gibt es bislang nicht. Die insgesamt zwölf Männer und Frauen seien inzwischen alle ohne Anklage entlassen worden, teilte die Polizei am späten Montagabend mit. Sie trugen Westen, die so aussahen, als würden sie Sprengstoff enthalten. Premierministerin Theresa May rief für Sonntagmorgen eine Sondersitzung des Cobra-Komitees, des höchsten britischen Sicherheitsgremiums, ein.

Kurz nach dem ersten Zwischenfall wurde eine Messerstecherei aus dem nahegelegenen Borough Market gemeldet. Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt ab. 116 Menschen wurden verletzt. Das vorherige liegt gerade einmal zwei Wochen zurück: In Manchester hatte am 22. Mai ein Selbstmordattentäter nach einem Auftritt der US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Täter griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit Messern an. Die Westen hätte sich später jedoch als harmlose Attrappen entpuppt.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer "gezielten und feigen Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher.

Nach dem Terroranschlag wollen die britischen Parteien ihren Wahlkampf aussetzen. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen. Das sagte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley am frühen Sonntagmorgen in London. Auch die letzten zehn von ihnen seien ohne Anklage freigelassen worden, teilte die Londoner Polizei mit. Er soll auf der London Bridge mit einem Messer im Gesicht verletzt worden sein. Wie das Auswärtige Amt in Berlin am Sonntag mitteilte, befindet sich darunter auch eine schwer verletzte Person. "Gott schütze!" Gleichzeitig nutzte Trump die Terrorattacken von London, um bei Twitter Werbung für sein Einreiseverbot zu machen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich stehe angesichts dieser "neuerlichen Tragödie mehr denn je an der Seite des Vereinigten Königreichs".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich bestürzt: "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint".

Die Ereignisse in London wecken Erinnerungen an den Terroranschlag im März.