Verheerender Waldbrand in Portugal: Mindestens 58 Tote!

Sonntag, 18 Jun, 2017

Mindestens 62 Menschen sind bei den schweren Waldbränden ums Leben gekommen, die Rettungskräfte stossen auf immer weitere Opfer. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums im Unglücksort Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon mit.

Knapp 700 Feuerwehrmänner kämpften mit mehr als 215 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen gegen die Flammen.

Nach dem verheerenden Waldbrand in Portugal hat die Regierung eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Auf Bitte Portugals werden über die Nothilfekoordinierung der EU Löschflugzeuge organisiert. Auch die Nachbarländer Spanien und Frankreich haben Hilfe zugesagt. In den vergangenen Tagen herrschte in Portugal eine Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius. "Das ist der größte Tragödie, die wir seit Jahren in Portugal erlebt haben", sagte Regierungschef Antonio Costa nach einem Besuch der Region. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen in der Nacht auf den Nachbarkreis Figueiró dos Vinhos übergriffen. "Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten, hieß es.

Es gebe einige Dörfer, die "von den Flammen völlig eingekesselt" seien, sagte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, der Zeitung "Público". Sie bot deutsche Hilfe an, falls diese benötigt werde, wie Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Mindestens 60 Menschen wurden verletzt.

Ein Mann beobachtet am 18.06.2017 in Avelar (Portugal) auf dem Balkon eines Hauses einen Waldbrand auf einem Hügel nahe der Stadt.

Einen ähnlich schlimmen Waldbrand - was die Opferzahl betrifft - hatte es in Portugal zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben. Viele Bewohner der von den Flammen zerstörten oder bedrohten Häuser sagten, sie hätten stundenlang nicht einen einzigen Feuerwehrmann gesehen. Zusätzlich helfe Spanien mit zwei Flugzeugen. Nach Mitteilung des Zivilschutzes mussten Feuerwehren mit mehr als 1.500 Einsatzkräften zu elf Bränden ausrücken. Zudem wurde am Sonntag mit einem Moment des Schweigens vor der Confed-Cup-Partie Portugal gegen Mexiko der zahlreichen Todesopfer gedacht. Zudem ging die portugiesische Mannschaft mit einem Trauerflor auf den Platz. Viele Menschen starben einen qualvollen Tod, als sie mit dem Auto vor den Flammen fliehen wollten.

Den Angaben zufolge waren 500 Feuerwehrleute im Einsatz; das Feuer wurde auch aus der Luft bekämpft.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4.000 Einwohner. Dort, wo bis Samstag noch Pinien und schmucke Häuschen standen, wo sich Wanderer und Wassersportler auf Lagunen und Stauseen vergnügten, waren nur noch schwarzgraue Asche und viel Rauch zu sehen.