Dauert ein Fußballspiel bald nur noch 60 Minuten?

Montag, 19 Jun, 2017

Damit die Partien nicht zu lang werden, soll die Spieldauer von 90 auf 60 Minuten verkürzt werden.

Im IFAB sitzen acht Mitglieder, vier FIFA-Vertreter sowie je ein Stimmberechtigter aus England, Nordirland, Schottland und Wales. Die Spielzeit wird jedoch bei Unterbrechungen angehalten. Die effektive Spieldauer soll dadurch letztendlich sogar steigen und Zeitspiel wie bei Einwürfen, Abstössen oder Auswechslungen eingedämmt werden. "Es hängt davon ab, was der Fußball will", sagte Elleray. Bei der nächsten General-Versammlung im März 2018 soll über "Play Fair!" abgestimmt werden. Das für Regeln zuständige International Football Association Board (IFAB) zieht in seinem Strategiepapier mehrere Änderungen in Erwägung.

Zentraler Vorschlag ist dabei, die Uhr immer dann anzuhalten, "wenn der Ball außerhalb des Spielfelds ist" (ähnlich wie beim Eishockey). Laut IFAB würden in diesen Phasen "die Spieler am wahrscheinlichsten auf Zeit spielen".

Spiele sollen über zweimal 30 Minuten gehen (statt zweimal 45 Minuten)! Der technische Direktor David Elleray meinte: "Die Rückmeldungen aller Beteiligten in der Fußball-Gemeinschaft sind bislang wie die Unterstützung sehr positiv". Und dass die Nettozeit eines Spiels deutlich erhöht wird. Alle seien sich einig, dass die Verbesserung der Rahmenbedingungen "die absolute Priorität besitzt".

Dauert ein Fußballspiel in Zukunft nur noch 60 statt 90 Minuten? Der Vorteil dieser vom Ifab als "radikale Veränderung" bezeichneten Lösung: Jedem Verein stünde in jedem Wettbewerb und in jedem Spiel die gleiche effektive Spielzeit zur Verfügung.

Bei Freistößen und Eckbällen ist mehr als eine Ballberührung erlaubt - es darf also gedribbelt werden. Damit könnte man sich zum Beispiel den Ball selber vorlegen und aufs Tor dribbeln. Der Ball muss bei Standards nicht ruhen.

Im Jugendbereich bereits getestet: Kurze Abstöße, die auch innerhalb des Strafraums angenommen werden dürfen.

Nimmt der Torwart einen Rückpass mit der Hand auf, wird dies mit Elfmeter geahndet.

Bei Handspiel auf der Torlinie soll der Treffer zählen.

Ähnlich äußerte sich auch der frühere Weltklasse-Spieler Marco van Basten, der bei der Fifa mittlerweile Technischer Direktor ist und von einem "guten Plan für den Fußball" sprach: "Die Zuschauer wollen Fußball sehen - und nicht darauf warten". Derzeit gibt es dafür Penalty und bei Absicht zusätzlich Rot.

Kritik am Schiedsrichter wird mit Tor- oder Punktabzug bestraft.

Nach einem Elfmeter soll der Nachschuss verboten werden. Scheitert der Versuch, soll das Spiel mit einem Abstoß fortgesetzt werden. Und andere Punkte sind erst einmal nicht mehr als reine "Ideen zur Entwicklung des Spiels", wie es in der Einleitung des zwölfseitigen "Play Fair!"-Dokuments heißt".