Frankreich steuert auf Negativrekord bei Wahlbeteiligung zu

Montag, 19 Jun, 2017

Die entscheidende zweite Runde der französischen Parlamentswahl könnte so wenig Franzosen wie noch nie ins Wahllokal gelockt haben. Weniger als 50 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. Das sind etwa zehn Prozentpunkte weniger als zu diesem Zeitpunkt bei der Wahl vor fünf Jahren, und auch deutlich weniger als bei der ersten Runde vor einer Woche. Präsident Emmanuel Macron kann bei der Abstimmung laut Meinungsforschern mit einer haushohen Mehrheit in der Nationalversammlung rechnen.

Das Meinungsforschungsinstitut Elabe rechnete am Sonntag mit einer Wahlbeteiligung von am Ende nur 42 Prozent. 43,40 Prozent nur soll die Wahlbeteiligung demnach betragen haben - das wäre der bislang niedrigste Wert bei einer Parlamentswahl seit Gründung der Fünften Republik 1958. Die Wahllokale öffnen um 8.00 Uhr und sind bis 18.00 Uhr geöffnet, in grossen Städten zwei Stunden länger.

Sechs Wochen nach Macrons Wahl zum Staatschef galt eine absolute Mehrheit für seine Partei La République en Marche und die verbündete MoDem-Partei als sicher.

Bei der Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt. Bereits in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte sich ein haushoher Sieg abgezeichnet. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen. Dazu sind 15 Abgeordnete nötig. Der Front National von Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte nach den Umfragen weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden.