Im Auto von Waldbrand eingekreist - 19 Tote

Montag, 19 Jun, 2017

Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser sowie eine Leiche in einem völlig verkohlten Waldstück zu sehen.

Ein Feuer macht ein beschauliches Naturparadies in Portugal praktisch dem Erdboden gleich. Nun ist das Paradies zerstört.

Ausgelöst wurde das Feuer der Polizei zufolge durch einen Blitzschlag. Das am Samstagnachmittag ausgebrochene Feuer zog die Region Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon sowie drei Nachbarkreise in Mitleidenschaft.

Die Lage in der Nacht stellte sich nach Behördenangaben besorgniserregend dar.

Nach Angaben des Innenministeriums waren etliche der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als die Flammen sie plötzlich einschlossen.

Auf einer Straße zwischen Figueiró dos Vinhos und Castanheira de Pera wurden die Menschen in ihren Autos von den Flammen überrascht.

Regierungschef Antonio Costa sprach vom schwersten derartigen Unglück in Portugal seit Jahren. Nach Angaben der Behörden verbrannten viele der Opfer in ihren Autos. Einige Opfer sind in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. Außerdem würden mindestens zwei Personen vermisst.

Der schlimmste Waldbrand in Portugal seit Jahrzehnten hat mindestens 62 Menschen das Leben gekostet. Knapp 700 Feuerwehrmänner kämpften am Abend mit mehr als 215 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen gegen die Flammen.?

In der Nacht auf Sonntag hatte sich der Bürgermeister Alves noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde. 14 Dorfbewohner und sechs Feuerwehrleute wurden nach seinen Worten verletzt. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Mehrere Dörfer seien vom Feuer bedroht, hieß es.

Inzwischen hat die Feuerwehr zwei der vier Feuerfronten unter Kontrolle, sagte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium. Der Einsatz sei wegen der hohen Temperaturen, der extremen Trockenheit und der starken Winde weiterhin schwierig. Spanien entsandte zwei Löschflugzeuge, um den Feuerwehrleuten im Nachbarland zu helfen. Das teilte das Sicherheitsministerium in der Nacht mit.

Die Region Pedrógão Grande gilt unter Naturliebhabern in Portugal als Geheimtipp. Nach Mitteilung des Zivilschutzes gab es unter anderem auch aufgrund einer Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad insgesamt elf Waldbrände, die von mehr als 1500 Einsatzkräften bekämpft wurden.

Der Kreis Pedrogao Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4.000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen.