Mehr als 60 Tote bei Waldbrand in Portugal

Montag, 19 Jun, 2017

Bei einem der schlimmsten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte in Portugal sind mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 30 von ihnen sterben auf der Flucht vor den Flammen in ihren Autos.

Das Feuer in der Region Pedrógão Grande breitete sich rasend schnell in vier Richtungen aus. Ministerpräsident Antonio Costa sprach von einer "furchtbaren Tragödie". Zudem wurde am Sonntag mit einem Moment des Schweigens vor der Confed-Cup-Partie Portugal gegen Mexiko der zahlreichen Todesopfer gedacht. Zudem sei beim Fußball-Weltverband beantragt worden, dass Cristiano Ronaldo & Co. bei ihrem ersten Spiel am Sonntag (17.00 Uhr/Sport1) in Kasan einen Trauerflor tragen. "Das ist ein echtes Inferno, so etwas haben wir noch nie gesehen", sagte Bürgermeister Alves.

Einen ähnlich schlimmen Waldbrand - was die Opferzahl betrifft - hatte es in Portugal zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben.

Knapp 700 Feuerwehrmänner kämpften am Abend mit mehr als 215 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen gegen die Flammen.? Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues. Nach Polizeiangaben löste ein Blitzschlag die Brände aus. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten. Auf Bildern waren ausgebrannte Autos, brennende Bäume und Häuser sowie eine Leiche in einem völlig verkohlten Waldstück zu sehen.

Die Zahl der Toten des verheerenden Waldbrandes in Portugal ist nach Angaben der Regierung auf 57 gestiegen.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mehr als 260 Feuerwehrmännern mit über 80 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, sagte Innenministeriums-Staatssekretär Jorge Gomes. Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren die meisten Todesopfer mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden.

Feuerwehrleute der Republikanischen Nationalgarde versuchen den Waldbrand in Portugal zu löschen. Zuvor hatte der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, noch gesagt, er sei davon überzeugt, dass das Feuer gelegt wurde.

Die Europäische Union sagte Portugal im Kampf gegen die Flammen Hilfe zu. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt. Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in der Region ein und sagte sichtlich mitgenommen: "Das ist eine beispiellose Situation". "Als die Flammen in der Nacht unseren Häusern immer näher kamen, habe ich stundenlang keinen einzigen Feuerwehrmann gesehen", sagte eine ältere Frau in der betroffenen Region um den Kreis Pedrógão Grande am Sonntag dem Fernsehsender RTP. 1966 starben bei einem siebentägigen Feuer in Sintra in der Nähe von Lissabon 25 Menschen, allesamt Angehörige des Militärs.