Mindestens 58 Menschen sterben bei Waldbrand in Portugal

Montag, 19 Jun, 2017

Mindestens 59 Menschen wurden zudem verletzt, fünf von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Die Ursache für das Feuer im Kreis Pedrógão Grande 200 Kilometer nördlich von Lissabon war laut Polizeiangaben ein Blitzeinschlag. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde", betonte Rodrigues. Rund 60 Menschen wurden nach Angaben des Staatssekretärs im Innenministerium, Jorge Gomes, verletzt. Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren die meisten Todesopfer mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Einige Opfer sind in der Nähe eines Friedhofes an Rauchvergiftungen gestorben. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Viele Bewohner der von den Flammen zerstörten oder bedrohten Häuser sagten, sie hätten stundenlang nicht einen einzigen Feuerwehrmann gesehen.

Der portugiesische Ministerpräsident Antonio Costa sprach von der größten Tragödie seit Jahren. Ministerpräsident Costa, der die Entwicklung die gesamte Nacht von der Zentrale des Zivilschutzes in Carnaxide bei Lissabon aus verfolgte, sagte, er sei vom "Ausmaß der Tragödie schockiert". Es sei das schwerste derartige Unglück seit Jahrzehnten. Am Sonntagnachmittag hatte die Feuerwehr zwei der vier Feuerfronten unter Kontrolle, sagte ein Sprecher. Danach müsse untersucht werden, wie sich die Flammen derart rasch ausbreiten konnten. Präsident Marcelo Rebelo de Sousa traf nach Mitternacht in Pedrógão Grande ein und bezeichnete die Lage als "beispiellose Situation".

Angesichts des verheerenden Waldbrands mit mindestens 43 Toten in Portugal hat die Europäische Union Hilfe zugesagt. Die EU sagte finanzielle Hilfen zu. Er habe Premierminister Costa tiefes Mitgefühl und Beileid ausgesprochen. Portugal bat die EU um Hilfe. Auch Frankreich entsandte drei Flugzeuge. Frankreich und Spanien helfen mit Löschflugzeugen. "Gedanken für die Opfer", schrieb Macron am Sonntag auf Twitter.

Papst Franziskus hat bei seiner Sonntagmesse die Gläubigen zum stillen Gebet in Andenken an die Opfer des Feuers aufgerufen.

Das Feuer wüte an zwei Fronten noch immer mit "grosser Wucht" und werde von fast 700 Feuerwehrmännern mit über 80 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, sagte Gomes am Sonntag. Autos fahrenin Pedrogao Grande (Portugal) auf der Landstraße zwischen Castanheira de Pera und Figueiro dos Vinhos an einem ausgebrannten Auto vorbei. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten. Ein spanisches Löschflugzeug unterstützte bereits am Morgen die Brandbekämpfung. Außerdem rückte noch in der Nacht Verstärkung aus verschiedenen Teilen des Landes an. In der Region ist es derzeit sehr heiss mit Temperaturen von über 30 Grad.

Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zog in den vergangenen Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

Im Waldbrandgebiet in Portugal rechnen die Einsatzkräfte mit steigenden Opferzahlen. Viele Menschen hatten auf ihrer Flucht vor den Flammen, mit dem dichten Rauch zu kämpfen.