Neuer Höchststand: 65,6 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

Montag, 19 Jun, 2017

Die Zahl der von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen hat nach Angaben der Vereinten Nationen einen neuen Rekordstand erreicht: Ende 2016 waren weltweit insgesamt 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht.

Mehr als zehn Millionen Menschen wurden 2016 neu in die Flucht gezwungen, gleichzeitig kehrten Millionen ehedem geflohene Menschen in ihre Heimat zurück, hielt das UNHCR fest. Das waren 300.000 Flüchtlinge mehr als ein Jahr zuvor. Weltweit waren die Hälfte Kinder.

Die Zahl der Flüchtlinge, die in andere Länder geflohen sind, war nach UN-Angaben Ende 2016 mit 22,5 Millionen Menschen weltweit allerdings höher als jemals zuvor. In jedem der letzten fünf Jahre stieg die globale Gesamtzahl jeweils in Millionenhöhe. Einer von 113 Menschen weltweit ist von Flucht und Vertreibung betroffen. Die Zahl lag knapp über der von 2015, als 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht waren. Dies waren 40,3 Millionen im Vergleich zu 40,8 Millionen im Jahr zuvor. Alle drei Sekunden musste ein Mensch fliehen, das sind 20 Menschen pro Minute. Syrien, Irak und weiterhin Kolumbien stehen an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und -vertreibung betroffen sind. Seitdem seien noch einmal rund eine halbe Million neue Flüchtlinge registriert worden. Aus der historisch großen Gesamtzahl an Flüchtenden spreche deshalb "lauter als jemals zuvor die Notwendigkeit zur Solidarität und zu gemeinsamen Zielen bei der Prävention und Lösung von Krisen", betonte UNO-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi laut einer Aussendung. 84 Prozent fanden in Entwicklungsländern Zuflucht.

Dieses "gewaltige Ungleichgewicht" spiegle "verschiedene Sachverhalte wider, einschließlich der Tatsache, dass es international an einem Konsens fehlt, wenn es um das Thema Aufnahme von Flüchtlingen geht", kritisierte das UNHCR. Vor der Gewalt im Südsudan brachten sich dem UNHCR zufolge 3,3 Millionen Männer, Frauen und Kinder in Sicherheit.

UNHCR erstellt seinen Bericht Global Trends jährlich auf Grundlage eigener Datenerhebungen sowie von Daten, die von seinem Partner, dem Internal Displacement Monitoring Centre und von Regierungen übermittelt werden.