Tausende Muslime setzen Zeichen gegen Terror

Montag, 19 Jun, 2017

"Nicht mit uns - Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror": Zu einem Friedensmarsch gegen islamistischen Terror kamen viel weniger als von den Veranstaltern erhofft. Die Kurdische Gemeinde Deutschland erklärte am Abend, es hätten nur rund 300 bis 500 Menschen an der Demonstration teilgenommen, davon nahezu die Hälfte Nichtmuslime. Es dürften nicht immer nur die Extremisten und Islamhasser über den Islam sprechen. Tatsächlich teilgenommen haben jedoch nur zwischen 1000 und 3000 Menschen.

Die muslimischen Veranstalter der Demonstration unter dem Motto "Nicht mit uns" erwarten etwa zehntausend Teilnehmer. Doch Zuspruch und Unterstützung sind groß. Ihr Mitstreiter Mohamad betonte, der Friedensmarsch richte sich gegen jede Form von Intoleranz - und rief zum Kampf gegen "Terrorismus, Nationalsozialismus und Homophobie" auf. "Es wird oft pauschalisiert, alles in einen Topf geworfen". "Das ist etwas unfair". Schon deshalb nicht, weil sie gezeigt hat, wie schwierig, ja nahezu unmöglich es ist, der Macht und dem Einfluss der großen islamischen Verbände in Deutschland einen unabhängigen liberalen Islam entgegenzustellen. Zunächst waren einige hundert Menschen zu der Demonstration gekommen. Am 23. Juni soll es auch in Berlin einen Friedensmarsch geben.

Eine Mutter beteiligt sich mit ihren drei kleinen Kindern: "Es wird Zeit, dass die Muslime lauter werden".

Ditib wirft den Initiatoren der Kundgebung vor, es gehe ihnen um "mediale und politische Effekthascherei" und nicht um die Bedürfnisse der Muslime.

Die Biografien europäischer Dschihadisten zeigen, dass aus religiösen Analphabeten in kürzester Zeit mörderische Gotteskrieger werden können. Das wäre die deutlichste Abrechnung mit den IS-Verbrechern und den terroristisch Verblendeten geworden. "Es ist wichtig, zu zeigen, dass wir gegen islamistischen Terror sind".

Während Muslime und Nicht-Muslime durch die Domstadt laufen, manövriert sich die türkisch-islamische Ditib ins Abseits. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kritisiert nun die Absage des deutsch-türkischen Islamverbands Ditib.

Im Aufruf zu der Kölner Demonstration heißt es, der Widerstand gegen Terroristen und Fanatiker sei eine besondere Pflicht der Muslime, denn: "Es ist unser Glaube, der hier missbraucht wird, der hier beschmutzt, beleidigt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird". Für fastende Muslime sei eine solche Aktion im Ramadan unzumutbar. Hadas-Handelsman verglich die Anti-Terror-Kundgebungen mit Demonstrationen gegen Rechtsextremismus: "Wer als Deutscher in Deutschland gegen Rechtsextremismus demonstriert, der stigmatisiert doch auch nicht die deutsche Gesellschaft insgesamt als rechtsextrem".

Für Aufregung im Vorfeld hatte die Absage von Ditib gesorgt. Ich faste auch und ich kann sagen: "es ist zumutbar".