Triumph für Macron bei Parlamentswahl erwartet

Montag, 19 Jun, 2017

Meinungsforscher rechneten auf Basis von Umfragen und dem Ergebnis der ersten Runde damit, dass sie mindestens 400 der 577 Mandate in der ersten Parlamentskammer bekommen.

Präsident Emmanuel Macron hat im nordfranzösischen Badeort Le Touquet am Ärmelkanal seine Stimme für die Finalrunde der Parlamentswahl abgegeben. Zwei Institute hielten sogar bis zu 470 Sitze für möglich. Damit hätte der sozialliberale Staatschef großen Rückhalt für seine Reformagenda, mit der er der französischen Wirtschaft neuen Schwung verschaffen will. Der 39-Jährige will noch in diesem Monat eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts und ein neues Anti-Terror-Gesetz auf den Weg bringen. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und sind bis 18 Uhr geöffnet, in großen Städten zwei Stunden länger.

Sechs Wochen nach Macrons Wahl zum Präsidenten müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen. Erste offizielle Hochrechnungen werden um 20.00 Uhr veröffentlicht.

Polizisten sollen die Abstimmung schützen. In mehreren Überseegebieten wurde wegen der Zeitverschiebung schon am Samstag gewählt. Es gilt ein reines Mehrheitswahlrecht - das macht es für kleine Parteien schwer, Mandate zu gewinnen.

Bereits im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag war Macrons Bündnis mit 32,3 Prozent klar vorne gelandet.

Ein schwaches Ergebnis wird erneut bei der Wahlbeteiligung erwartet.

Laut den Meinungsforschungsinstituten Kantar Public-Onepoint, Ipsos und Elabe kommen die konservative Republikaner-Partei und ihre Verbündeten auf 97 bis 133 Sitze. Macrons Lager hatte den ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag klar gewonnen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen gegenüber, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen.

Schon im ersten Wahlgang war nur jeder Zweite zur Wahl gegangen. Die Front National der Rechtspopulistin Marine Le Pen dürfte weiterhin keine große Rolle im Parlament spielen - allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden.

Die radikale Linke mit Jean-Luc Mélenchon kann 12 bis 30 Abgeordnete erwarten.