Waldbrand in Portugal: Zahl der Todesopfer auf 57 gestiegen

Montag, 19 Jun, 2017

Er habe dem portugiesischen Regierungschef Costa sein Beileid ausgesprochen und ihm "deutsche Hilfe und Unterstützung" angeboten, wenn dies benötigt werde?. Ganze Dörfer seien von Feuer umgeben, hieß es.

Ein Waldbrand in der portugiesischen Region Pedrógão Grande hat mindestens 62 Menschen das Leben gekostet.

Bislang sind 24 Menschen ums Leben gekommen, weitere 20 sind verletzt. Die Regierung rief den Notstand sowie drei Tage Staatstrauer aus. Das verheerende Feuer ist zum Teil unter Kontrolle.

Der Brand rund 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon ist für Portugal der schlimmste seit Jahrzehnten. "Sie sagen, dass sie nicht in ihren Häusern sterben wollten, die von den Flammen umzingelt wurden", berichtete einer der Bewohner, Ricardo Tristao. Jenseits von den aktuellen Fragen sieht sie einen Grund für den verheerenden Brand in der zunehmenden Klimaerwärmung mit extremen Wetterlagen, angesichts der bisherige Schutzmaßnahmen nicht ausreichten. Nach bisherigen Erkenntnissen löste ein Blitzschlag das Feuer aus.

Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet um den Kreis Pedrogao Grande ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, betonte der Direktor der Kriminalpolizei, Jose Almeida Rodrigues, am Sonntag.

Die Polizei geht davon aus, dass die Brande durch natürliche Ursachen entstanden. Der Bürgermeister von Pedrógão Grande hatte sich zuor noch davon überzeugt gezeigt, dass das Feuer gelegt wurde.

Schauplatz des Unglücks ist eine dünn besiedelte, waldreiche Region, rund 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon.

Nach Angaben des portugiesischen Innenministeriums waren etliche der später tot geborgenen Menschen mit ihren Fahrzeugen unterwegs, als sie von den Flammen eingeschlossen wurden. Ministerpräsident Antonio Costa sprach von der größten Tragödie seit Jahren und kündigte eine dreitägige Staatstrauer an. Nach seinen Worten könnte die Zahl der Todesopfer sogar noch weiter steigen. Viele Menschen sterben in ihren Autos - vom Flammen umzingelt.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von mehr als 260 Feuerwehrmännern mit über 80 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, sagte Innenministeriums-Staatssekretär Jorge Gomes. Die Flammen griffen auf die Nachbarkreise Figueiró dos Vinhos, Castanheira de Pera und Gois über.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zog in den vergangenen Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

Die EU sagte Portugal Hilfe zu.

Auf Bitte Portugals werden über die Nothilfekoordinierung der EU Löschflugzeuge organisiert. Zusätzlich helfe Spanien mit Flugzeugen. Bundesrat Didier Burkhalter kondolierte dem Aussenminister Portugals Augusto Santos Silva in einem SMS.

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