Waldbrand tötet in Portugal mehr als 60 Menschen

Montag, 19 Jun, 2017

Auslöser der Flammen war möglicherweise ein Blitzeinschlag, wie die Polizei mitteilte. Drei Menschen sollen durch das Einatmen von Rauchgasen umgekommen sein, die übrigen direkt durch die Flammen, als sie auf einer Straße in ihren Autos vom Feuer eingeschlossen wurden. "Sie sagen, dass sie nicht in ihren Häusern sterben wollten, die von den Flammen umzingelt wurden", berichtete einer der Bewohner, Ricardo Tristao.

Die Feuerwehr wurde den Flammen bislang noch nicht Herr.

Bei einem Waldbrand sind in Portugal mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Portugal trauert wie selten zuvor Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium, musste bei jeder neuen Opferbilanz mit den Tränen kämpfen. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Die Regierung von Portugal hat wegen des Waldbrandes mit mehr als 60 Toten im Zentrum des Landes eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten. Die Feuerwehr konnte am Morgen nur noch ausgebrannte Autos bergen. Das teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag am Unglücksort Pedrógão Grande knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon mit.

Vermutlich Brandstiftung hat verheerende Waldbrände seit dem gestrigen Samstag in einigen Regionen Portugals zur Folge. Vielmehr habe ein Blitzschlag die Feuer ausgelöst. Der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues, sagte der Nachrichtenagentur Lusa. Auch der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves beklagte eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften". In der Region ist es derzeit sehr heiss mit Temperaturen von über 30 Grad.

Bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal sind mindestens 62 Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt worden.

"Wir stehen vor der schlimmsten Tragödie menschlicher Opfer in der letzter Zeit aufgrund eines solchen Unglücks", sagte der portugiesische Premier António Costa, der ebenso wie Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa am Samstagnacht zur Unglücksstelle gereist war. Nach den Worten von Ministerpräsident Costa könnte die Opferzahl noch steigen.

Das Feuer sei an vier Fronten aktiv und werde von rund 750 Feuerwehrmännern mit rund 200 Einsatzfahrzeugen und zwei Flugzeugen bekämpft, teilte der Zivilschutz mit.

Rund 900 Feuerwehrleute waren mit fast 300 Löschfahrzeugen im Einsatz.

Der Kreis Pedrogao Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4.000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zog in den vergangenen Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

"Es wird alles getan werden, um den Behörden und den Menschen in Portugal in dieser Zeit der Not zu helfen", erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides am Sonntag.