Empörung in der Union über Schulz-Kritik an Merkel

Montag, 26 Jun, 2017

Die Union hat mit Empörung auf die Verbalattacken von Angriffe von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagiert. "Er scheint zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Wahlkampfes die Nerven verloren zu haben", sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Montag. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner sagte der "Rhein-Zeitung", eine solche Wortwahl sei "eines Spitzenpolitikers nicht würdig", der Vergleich mit einem Anschlag "geschmacklos". "Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie", hatte Schulz gesagt.

Er verwies auf die Vorstellung des Wahlpogramms der Union am kommenden Montag in Berlin.

Aus Sicht von CDU-Bundesvize Armin Laschet zeige der Frontalangriff eher Verzweiflung bei Schulz, die vorgebrachten Argumente seien "absurd". Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, Schulz habe sich "vergaloppiert". Der Kommentar sei eines Kanzlerkandidaten unwürdig gewesen. Kritik äußerte Lindner aber auch an der Union: "Ich finde die Aufregung in der Union allerdings auch etwas gekünstelt". "Wenn man so scharfes Vokabular wie Herr Schulz verwendet, dann zweifellos besteht die Gefahr einer Verharmlosung der echten Feinde der Demokratie", sagte er der "Heilbronner Stimme". Als Kanzlerkandidat Martin Schulz nominiert worden sei, habe es bei vielen die Hoffnung gegeben, dass die SPD wieder eine sozialdemokratische Partei werde, wird sie von der "Welt "zitiert". Am Sonntagabend wollen Seehofer und Merkel in Berlin die letzten strittigen Punkte klären. "Das war schon starker Tobak", sagte Laschet am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Und: "Wahlkampf ist nicht das Hin- und Herwerfen von Wattebäuschchen".

Im Handelsblatt-Interview wies Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Kritik der SPD zurück, die Union drücke sich vor inhaltlichen Festlegungen. Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte, "der Parteitag ist der Endpunkt einer großen Desillusionierung". Zwar habe Schulz in seiner Rede gezeigt, dass er noch nicht aufgegeben habe im Kampf gegen Merkel. Sie bemängelte, dass die Partei bei der Steuer "mal wieder allein auf Umverteilung" setze.

Zum Thema Rentenpolitik sagte Seehofer, er könne nicht verstehen, dass die SPD ihre eigene Regierungsarbeit so schlecht bewerte.

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir kritisierte die SPD mit Blick auf den Klimaschutz. Die Sozialdemokraten sagten nichts zum Ausstieg aus der Kohleenergie. "Die Abstimmung gegen die Vermögenssteuer auf dem SPD-Parteitag lässt daran zweifeln."Kippings Fazit: "Martin Schulz ist als Tiger abgesprungen". Zudem wolle die SPD bis 2050 lediglich "weitestgehend "auf erneuerbare Energien umsteigen - "ohne ein klares Instrument vorzuschlagen", bemängelte der Grünen-Chef".