Federer düpiert Zverev im Finale von Halle

Montag, 26 Jun, 2017

Der Schweizer schwingt sich somit zum Top-Favoriten für Wimbledon auf.

Ich bin nicht mehr der Jüngste.

Am Tag danach dann war das Staunen bei allen Beteiligten nicht geringer geworden. "Du spielst wirklich Wahnsinns-Tennis, und das im Alter von 35", gab Zverev das Lob zurück.

"Gegen einen Spieler, den ich nicht kenne, ist es immer ungewiss. Außer heute natürlich." Das Traumfinale jedenfalls, der angedachte Höhepunkt sogar der 25-jährigen Turniergeschichte, geriet so zum kurzen, äußerst flüchtigen Vergnügen.

Roger Federer reist mit idealen Vorzeichen nach Wimbledon. "Ich kann das auch nur mit einem Wort beschreiben: Unfassbar". Er habe "wunderbare, unvergessliche Momente" erlebt, sagte Federer.

"Ich hoffe, dass mir die klasse Woche hier in Halle auch in Wimbledon hilft", sagte Federer hinterher, nach der neuerlich geglückten Titelmission von Halle. Vor zwei Wochen hatte er sich mit seiner Auftaktniederlage in Stuttgart gegen Tommy Haas selbst unter Druck gesetzt. "Aber du gehst schon mit einer gewissen Nervosität ins Rennen, wenn du weißt, dass du nicht viele Möglichkeiten mehr hast, in Schwung zu kommen". "Aber wenn er so weiter macht, dann wird es schwer, dass er seine Ziele nicht erreicht". Damals setzte sich Zverev in drei Sätzen durch, verlor im Finale dann aber gegen Florian Mayer.

Federer hat schon immer diebisches Vergnügen daran gehabt, sich mit den jüngeren und jüngsten Herausforderern zu messen, dieser besondere Thrill in Generationen-Duellen zieht sich wie ein roter Faden durch seine Ausnahmekarriere.

Im letzten Jahr hatte Zverev im Halbfinale des Turniers für den bisher größten Coup seiner Karriere gesorgt, als er Roger Federer schlug.

In Halle hat Federer von 2003 bis 2006, 2008 und von 2013 bis 2014 triumphiert. Der Mann, der 13 Mal bei 15 Turnierteilnahmen das Halbfinale erreichte und elf Mal das Finale. Nirgendwo in der weiten Welt des Profitennis hat Federer häufiger gewonnen als hier an den Ausläufern des Teutoburger Waldes, in dieser abgeschiedenen Beschaulichkeit, die er so sehr schätzte und schätzt - nämlich zwischen den stressigen, hektischen Grand-Slam-Turnieren in Paris und London. Papa Federer musste das leider ablehnen, er wird höchstselbst gebraucht - der ewige König von Halle. Der ewige König von Halle. Alexander Zverev kann das bestätigen. Der designierte nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, Ehrengast des Finaltags, überreichte bei der Siegerehrung den Silberteller der Schirmherrin des Turniers, Bundeskanzlerin Angela Merkel, an Roger Federer: "Ich bin nicht nur beeindruckt von Rogers Leistung, sondern seinem ganzen Auftreten als Sportpersönlichkeit".