Federer noch eine Nummer zu groß

Dienstag, 27 Jun, 2017

Gerry Weber Open, eine knappe Stunde, in der Zverev beim 1:6, 3:6 seine Grenzen aufgezeigt bekam. Während der Schweizer in seiner "Wohlfühloase" den neunten Titel feierte, muss Zverev eine herbe Finalpleite verdauen.

Alexander Zverev (20) ist erneut ins Endspiel des Rasenturniers im ostwestfälischen Halle eingezogen. Zverev wie Federer hatten sich zuvor in dieser Saison dreimal für einen Final qualifiziert und dreimal den Titel gewonnen, und auch wenn der Hamburger seine Siegerpokale ein, zwei Turnierstufen weiter unten sammelte, so traut man ihm doch längst alles zu. Noch wertvoller dürfte für ihn aber das Gefühl sein, bereit für sein Lieblingsturnier in London zu sein.

Im anschliessenden Platzinterview sagte Federer, dass er unglaublich gut gespielt habe: "Ich habe mich gut gefühlt und nie nachgelassen", so Federer. So ins Finale zu starten und dann durchzuziehen, ist nicht einfach, aber mir ist alles geglückt: "Es war bei Weitem mein bestes Spiel in dieser Woche", sagte Federer.

Für seinen unterlegenen Gegner hatte er zumindest ein paar aufbauende Worte parat. "Er ist ein netter Bub", sagte er unter dem Lachen der Zuschauer. Ich freue mich sehr für ihn, wie er sich entwickelt hat. Für Federer ist klar: "Sascha" Zverev gehört die Zukunft. Zverev wehrt sich noch einmal nach Kräften, bringt den Return, doch den Volley-Konter von Federer erreicht er nicht mehr. Er gewinnt 6:1, 6:3 und damit das Turnier bereits zum 9. Mal. Er hatte bei den Australian Open und den Masters in Indian Wells und Miami triumphiert, ehe er während der Sandplatzsaison pausierte.

Federer, immer noch und immer wieder der König von Halle: Es war tatsächlich an diesem 25. Juni auch das letzte, kraftvolle Ausrufezeichen in einer Spielzeit 2017, in der Federer selbst für seine Verhältnisse regelmäßig das scheinbar Unmögliche möglich macht. Ob das deutsche Top-Talent in den Matches zuvor zu viel Kraft ließ? Ein herrlicher Volley cross direkt hinter das Netz. Zverev schüttelt immer wieder den Kopf.

Das ging schnell! Im Endspiel von Halle trumpfte Roger Federer ganz groß auf. Er erkämpft sich das 2:2, doch Federer verlangt ihm alles ab. Er holt sich das eigene Aufschlagspiel - wird das nun ein anderer Satz?

Machte auf dem Weg ins Finale kurzen Prozess: Roger Federer. Mit seinem Paradeschlag sicherte sich der Wimbledon-Halbfinalist von 2007 und 2015 nach 36 Minuten auch den ersten Satz. Zverev verzweifelt schon. Jetzt muss eine Reaktion folgen.

Traumfinale in Halle: Alexander Zverev trifft auf Roger Federer.