Deutsche Ärzte sollen Liu Xiaobo behandeln

Donnerstag, 06 Jul, 2017

China hat Ärzte aus dem Ausland eingeladen, den schwerkranken Dissidenten und Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo in der nordostchinesischen Stadt Shenyang zu behandeln.

Der Bürgerrechtler leidet unter Leberkrebs im Endstadium und war deswegen erst kürzlich aus dem Gefängnis in das Universitätskrankenhaus in Shenyang überstellt worden. Ob das Thema auch bei dem Treffen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Chinas Staatschef Xi Jinping am Mittwoch eine Rolle gespielt hat, sagte Seibert nicht. Ihm war "Bewährung aus medizinischen Gründen" gewährt worden. In einer Resolution heißt es, Liu soll sich dort behandeln lassen, "wo er und seine Frau es wünschen". Die Vorwürfe gegen ihn sollten fallengelassen werden.

Die Führer der Welt, die am G20-Gipfel in Hamburg teilnehmen, sollten den chinesischen Präsidenten Xi Jinping dazu drängen, Liu und seine Frau ausreisen zu lassen.

Auch das Europaparlament forderte China dazu auf, Liu eine Behandlung im Ausland zu ermöglichen. Außerdem müsse der Hausarrest für Lius Ehefrau Liu Xia beendet werden. "Es gibt leider viele Punkte, bei denen wir China kritisieren müssen", sagte Kofler den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Bei dem bekanntesten politischen Gefangenen Chinas wurde Ende Mai Leberkrebs im Spätstadium festgestellt. Mindestens 103 Medienschaffende sitzen den Angaben zufolge in Haft.

Später wurde er zum Ehrenvorsitzenden des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller und Mitverfasser der 2008 von 300 Intellektuellen unterzeichneten "Charta 08", in der demokratische Reformen gefordert werden. Doch Menschenrechtler verweisen auf die prekäre Lage des todkranken Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo und inhaftierter Kritiker. Dafür wurde er wegen "Anstachelung zu Zersetzung der Staatsmacht" zu elf Jahren Haft verurteilt. Bei der Übergabezeremonie in Oslo blieb sein Stuhl leer.