Im Kaffee-Automaten lauern Keime wie im Abfluss

Freitag, 07 Jul, 2017

Was der Student Jan Schages in seiner Abschlussarbeit im Studiengang Lebensmittelwissenschaften an der Hochschule Rhein-Waal herausgefunden hat, ist wahrlich nicht appetitlich.

2,19 Euro pro Kilogramm beträgt die Kaffeesteuer in Deutschland.

Damit du jetzt nicht in Panik deine Kaffeeautomaten aus dem Fenster wirfst und angewidert deinen Kaffee ausspuckst, haben wir für dich einige hilfreiche Tipps, wie du deinen Morgenkaffee doch noch keimfrei genießen kannst. Dieser schleimige Biofilm besteht aus Bakterienkolonien, auf denen sich dann weitere Keime vermehren. Denn offenbar können Kaffee-Vollautomaten die Quelle für eine Vielzahl von Mikroorganismen sein, die sich auch im gebrühten Kaffee finden. Unter anderem siedeln sich die Bakterien zumeist in den Schläuchen oder dem Wassertank an, wo sie einen schleimähnlichen Biofilm bilden, der beispielsweise auch in Abflüssen zu finden ist. Solche Biofilme kenne man auch aus dem Abfluss. "Es gibt aber bislang keine Hinweise auf eine gesundheitliche Gefährdung", betont Schages, der selbst zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag trinkt.

Ein Knopfdruck und schon fließt perfekter Latte Macchiato aus der Maschine. Und die können sogar in den frisch gebrühten Kaffee gelangen. Dazu gehört es, die Maschinen regelmäßig zu reinigen. In 50 Prozent der Proben landeten die Keime aus einer verunreinigten Maschine auch im Kaffee.

"Im Schnitt liegen diese Temperaturen bei 60 bis 63 Grad Celsius", so Schages laut RP. Studien im Labor zeigten dann, dass man mit einer geringen Erhöhung auf 68 Grad Celsius einen großen Teil der Keime abtöten würde. Eine regemäßige Reinigung der Kaffeemaschinen und eine hohe Kaffeetemperatur sollen laut der Studie vor einer hohen Keimbelastung schützen.

Schages untersuchte auch die Keimgefahr beim Gebrauch von den immer beliebter werdenden Mehrwegbechern als (umweltfreundlichere) Alternative sogenannten "Coffee-to-Go"-Bechern. Aber: Viele Bäckereien und Cafés verweigern noch die Befüllung eigens mitgebrachter Becher aus hygienischen Gründen", sagt er". Es konnte nachgewiesen werden, dass die mögliche Keimbelastung durch mehrfach verwendbare Kaffeebecher im Vergleich zu den möglichen Risiken einer schlecht gepflegten Maschine vernachlässigbar ist. Sie produzieren weniger Müll und sind dadurch viel nachhaltiger.

Auch Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW - er hat das Master-Projekt begleitet- will auf Basis dieser Ergebnisse und aus ökologischen Gründen, die Verwendung von Mehrwegbechern weiter fördern.