"Frontal21" enthüllt | BAMF kennt Identität von 3638 Asylbewerbern nicht

Samstag, 08 Jul, 2017

Die Sicherheitslücken beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind Medienberichten zufolge größer als bisher bekannt.

In Deutschland sind Tausende Asylbewerber sind noch immer nicht erkennungsdienstlich erfasst worden. Das geht aus Berichten der Nürnberger Nachrichten und desZDF-Magazins Frontal21 hervor. Seit sich der rechtsextreme Franco A. als Flüchtling ausgegeben hat, wird hinterfragt, wie das Bundesamt Flüchtlinge registriert. Diese berufen sich offenbar auf eine Mitte Juni verschickte interne E-Mail des BAMF-Referats für Asylverfahren an die Abteilungsleiter. "Diese sogenannte Risikogruppe umfasst 3638 Antragsteller aus den Herkunftsländern Syrien und Irak, über die im schriftlichen Verfahren entschieden wurde", zitierten das ZDF-Magazin "Frontal 21" und die "Nürnberger Nachrichten" gestern aus einer internen Mail des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Eine Bamf-Sprecherin bestätigte eine "mittlere vierstellige Zahl von Fällen (.), in denen eine ED-Behandlung nachzuholen ist". Die Gruppe gilt als riskant, weil die Geflüchteten nicht persönlich von Bamf-Mitarbeitern angehört wurden, sondern nur einen Fragebogen ausfüllen mussten.

Von den Syrern und Irakern, deren Identität nicht festgestellt wurde, will man den Berichten zufolge nun nachträglich Fingerabdrücke nehmen und Fotos anfertigen, die anschließend mit der Datenbank des Bundeskriminalamts abgeglichen werden sollen.

Und weiter: "Die Gefahr besteht darin, dass es zu falschen Asylentscheidungen kommt und dass Kriminelle und Menschen mit unlauteren Absichten solche Lücken ausnutzen".

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, sieht die Sicherheitslücken beim BAMF kritisch: "Ich bin davon ausgegangen, dass jetzt im Jahr 2017 alle erfasst und registriert wurden, die 2015 zu uns gekommen sind", sagte Lischka im "Frontal21"-Interview".