Ferdinand Schmalz erhält Bachmann-Preis

Sonntag, 09 Jul, 2017

14 Schriftsteller aus sechs Ländern haben heute die Chance, den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis zu gewinnen - eine der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Schmalz beeindruckte die Jury schon von Anfang an mit seinem auffälligen und stilsicheren Auftreten mit Hut und Schnurrbart, aber auch mit seinem souveränen Vortrag, der den Text, der in gedruckter Form mit seinem Verzicht auf Großbuchstaben etwas spröde wirkt, lebendiger machte.

Der zweite und der dritte Preis gingen wie erwartet an den Austro-Amerikaner John Wray und den Deutschen Eckhart Nickel.

Bei dem Klagenfurter Wettbewerb lesen Autoren bislang unveröffentlichte Texte vor Kollegen und Jury vor, bevor diese am Ende die Gewinner wählt.

Der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz überzeugte die Jury mit seinem Text "mein lieblingstier heisst winter". Der Grazer konnte den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis der "41".

Die Geschichte dreht sich um den geplanten Suizid eines krebskranken Mannes, seine Vorliebe für gefrorenes Rehragout und die ungewöhnliche Bitte an seinen Tiefkühlkost-Lieferanten. Der Autor habe ein "feines Gespür für jene Leerstellen, in denen das Geheimnis ruht", so die Laudatorin Sandra Kegel.

Mit dem Kelag-Preis (10.000 Euro) wurde der deutsche Autor Eckhart Nickel ausgezeichnet - für seinen Text "Hysteria" um eine rätselhafte Obst-Kooperative und deren verfärbte Himbeeren. "Tagen der deutschsprachigen Literatur" auch der Deutschlandfunk-Literaturpreis vergeben, dotiert mit 12.500 Euro.

Die gebürtige Baslerin Gianna Molinari erhielt den vierten, den 3sat- Preis für ihren Text "Loses Mappe" über einen Nachtwächter, der einen erfrorenen blinden Passagier aus einem Flugzug fallen sieht und sich zuerst nicht eingestehen will, dass das ein Mensch ist. Im vergangenen Jahr hatte die in Berlin lebende Autorin Sharon Dodua Otoo den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen.