G20: Merkel verurteilt Krawalle am Rande des Hamburger G20-Treffens

Sonntag, 09 Jul, 2017

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sagte: "Hochaggressive, gewalttätige Straftäter bringen Sicherheitskräfte in Bedrängnis und fordern unsere offene Gesellschaft in einer Weise heraus, die für niemanden akzeptabel sein kann". Unterdessen sind auch am Samstag Demonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern geplant. Die Polizei berichtet, dass einer ihrer Hubschrauber von einer Leuchtrakete nur knapp verfehlt worden sei. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Ein schwieriges Unterfangen: Vor allem Trump macht Merkel einen Erfolg schwer. Scheitert sie damit in Hamburg, gibt es noch zwei Optionen: Eine Gipfel-Erklärung, die den Streit benennt, - oder der Verzicht auf eine Abschlusskommuniqué. Der Spiegel zitiert aus einem Blitz-Fernschreiben, es komme in Hamburg "zu einer Vielzahl von Straftaten und Gefahren für Leib und Leben". Das Schanzenviertel rund um die "Rote Flora" - eine Hochburg des G20-Widerstands - ist nur einen Steinwurf von den Messehallen, dem Veranstaltungsort des Gipfels, entfernt. Auch die Flüchtlingskrise ist Gesprächsthema.

Jean-Claude Juncker spricht beim G20-Gipfel in Hamburg von "gehobener Kampfesstimmung". Erdogan teilt zuvor noch einmal kräftig gegen die Bundesregierung aus und beschwert sich drastisch, dass er am Rande des G20-Gipfels nicht vor Landsleuten in Deutschland reden darf. Sein Fazit: "Großartiges Treffen".

US-Präsident Donald Trump hat eine harte Reaktion auf den jüngsten Raketentest Nordkoreas angekündigt. Auch in Altona hatte die Polizei den Aufbau von Schlafzelten zunächst verhindert. Barrikaden brennen. Über dem Viertel steigen Rauchschwaden auf, die schon von weitem zu sehen sind.

Donald Trump hätte vermutlich klammheimliche Freude daran, die EU-Mitgliedsländer mit amerikanischem Flüssiggas gegeneinander auszuspielen. An mehreren Stellen in der Stadt stellten die Beamten zudem sogenannte Krähenfüße fest. Beim Partnerprogramm hat Merkels Ehemann, der Chemieprofessor Joachim Sauer, im übrigen den Klimaschutz zum Thema gemacht. Weiterhin unklar blieb, wie die G20 mit dem Ausstieg der USA aus dem Pariser UN-Klimaabkommen umgehen werden. Damit ist eine - wie sonst üblich - einmütig verabschiedete Gipfelerklärung fraglich. Globalisierungskritiker werfen der G20 vor, nur auf Wirtschaftswachstum, Profitmaximierung und die Begünstigung großer Konzerne aus zu sein.

Hinter den Kulissen kam es zum ersten Händedruck zwischen dem US-Präsidenten und seinem russischen Amtskollegen. Und zwar von den Vertretern im Saal, den Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), sowie deren Mitarbeitern.

Angela Merkel lässt sich von all dem nicht beirren.

Am Vorabend des G20-Gipfels in Hamburg ist es zu massiven gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Erst nach Mitternacht beruhigte sich die Lage.

Die Einsatzkräfte hatten den Protestzug blockiert und den "schwarzen Block" aufgefordert, die Vermummung abzulegen. Die Polizei setzt abermals Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Die Demonstranten ziehen in Richtung des Konzerthauses - mit Anarcho-Flaggen und Bannern türkischer kommunistischer Gruppen hinter der Parole "Wir werden eure Krise sein!".