Trump und Putin schwänzen G20-Klimasitzung

Sonntag, 09 Jul, 2017

Der US-Präsident hielt beim Handschlag Abstand zu seinem russischen Kollegen, war aber guter Laune.

Interessant: Der Handschlag zwischen den beiden mächtigen Männern. Im Wahlkampf hatte Donald Trump mehrfach angekündigt, er wolle das Verhältnis der USA zu Russland wieder verbessern. Trump streckte Putin die Hand hin und tätschelte ihn am Ellbogen und dann noch am Oberarm.

"Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Trump keine unabhängige Außenpolitik machen kann", sagt Adschar Kurtow, Chefredakteur der kremlnahen russischen Zeitschrift Problemy Nazionalnoi Strategii. Der kleinste gemeinsame Nenner könnte in diesem Zusammenhang der Kampf gegen den "Islamischen Staat" sein, den beide Seiten als Feind betrachten. Moskau ist ein wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers, Bashar al-Assad. Die USA unterstützten bislang die Rebellen, die gegen die syrische Regierung kämpfen. Sie soll am Sonntagmittag (Ortszeit, 11.00 Uhr MESZ) in Kraft treten. Der Waffenstillstand solle ab Sonntag gelten, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag am Rande des G20-Gipfels in Hamburg.

Doch auch in wirtschaftlicher Hinsicht operiert der US-Präsident zunehmend mit härteren Bandagen. Es konzentrierte sich stark auf ein neu bekanntgegebenes Waffenruheabkommen für den Südwesten Syriens, das Russland und die USA erzielt hatten. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen war Trump am Nachmittag zu seinem ersten Deutschlandbesuch als Präsident eingetroffen. Diese Position scheint die neue Administration geräumt zu haben. "Unser Volk wird prosperieren, und unsere Zivilisation wird triumphieren", erklärte der US-Präsident. Diese Haltung scheint Trump jetzt revidiert zu haben. Frühere vereinbarte Waffenruhen für das Bürgerkriegsland wurden allerdings immer wieder gebrochen.

Es ist der Gipfel auf dem Gipfel: Donald Trump und Wladimir Putin treffen sich bei der G20 in Hamburg. US-Geheimdienste und die NATO werfen Russland schon lange vor, Cyber-Angriffe gegen westliche Einrichtungen zu führen. Seine nebulösen Ankündigungen, die Sanktionen gegen Russland zu lockern, waren an der Weichsel zuvor auf Unverständnis gestoßen. Vielmehr habe Trump klar gemacht, dass er im Rahmen einer diplomatischen Offensive eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen erreichen wolle, sagte der US-Verteidigungsminister. Es gebe Grund zu der Annahme, "dass wir in der Lage sein werden, zumindest teilweise das Kooperationsniveau herzustellen, das wir brauchen", sagte Putin bei einer Pressekonferenz in Hamburg. "Auch Trump war offenbar interessiert, Putin kennenzulernen". Selbst der erste Händedruck war Eilmeldungen und Sondersendungen in amerikanischen Nachrichtensender wert. Putin und Trump werden am 7. und 8. Juli zum G20-Gipfel in Hamburg erwartet. Trump versuchte einen lockeren Auftritt und ergriff auch kameradschaftlich den rechten Unterarm seines russischen Gegenübers. Putin gab das Kompliment zurück und schränkte gleich ein: "Ein einziges Treffen reicht meist nicht aus".

Was will Polen von Trump?

Das wird davon abhängen, wie viele Details aus dem Gespräch in den nächsten Wochen öffentlich werden, bei dem nur die beiden Präsidenten, beide Außenminister und zwei Übersetzer anwesend waren. Trump scheint, wenn man sich seine Tweets und Reden anschaut, öfter aus dem Bauch heraus zu entscheiden.