Die letzten IS-Kämpfer flüchten aus Mossul

Montag, 10 Jul, 2017

Der irakische Premierminister Haidar al-Abadi hat am Sonntag in Mossul den Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat verkündet.

Nach neun Monaten erbitterter Kämpfe hat die irakische Regierung den Sieg über die Dschihadistenmiliz ISIS in deren Hochburg Mossul verkündet.

Wörtlich sagte al-Abadi: "Aus dem Herzen Mossuls geben wir den Sieg bekannt".

Al-Abadi erklärte am Montagabend, es sei ein Sieg über die Dunkelheit und den Terrorismus. Es gehe darum, für Stabilität zu sorgen und das Land wieder aufzubauen. Ein Foto auf Abadis Twitter-Account zeigte ihn in schwarzer Uniform bei seiner Ankunft in der weitgehend zerstörten Stadt. Andere Versprengte wurden erschossen, als sie sich durch den Tigris zum anderen Ufer retten wollten.

Soldaten tanzten am Sonntag auf ihren Panzern und feierten schon die Befreiung Mossuls, während nur einige hundert Meter weiter noch Raketen einschlugen und Gewehrfeuer zu hören war. Die irakische Nationalhymne wurde gespielt. Sie hätten während der Kämpfe in Mossul ausgeharrt, auch weil die Flucht für sie zu gefährlich gewesen sei, sagte eine Sprecherin des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC). Im Osten der Stadt kamen die Truppen relativ schnell voran und erklärten ihn Ende Januar 2017 für befreit. Laut den UN sind seit Oktober insgesamt 900 000 Menschen aus Mossul geflohen, mehr als 80 Prozent von ihnen stammten aus dem Westen. Um die 200 000 von ihnen konnten zurückkehren. Von 54 Stadtteilen in Mossul seien 15 stark und 23 mäßig zerstört.

IS-Experten wie der Journalist Hassan Hassan halten es für westliches Wunschdenken zu glauben, die zunehmende Zahl von Attentaten in aller Welt sei ein Zeichen wachsender Schwäche der Gotteskrieger. Mehr als drei Jahre lebten die Menschen in der früheren Millionenmetropole unter dem Regime der sunnitischen Extremisten, die ihre radikale Lesart des Islams rücksichtslos durchsetzten. Zuvor hatte die irakische Armee die restlichen von den Extremisten kontrollierten Gebiete fast komplett erobert.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einer "entscheidenden Etappe" im Kampf gegen den IS, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) von einem "wichtigen Zwischenschritt".