G20-Gegner protestieren - Merkel trifft Trump

Montag, 10 Jul, 2017

Hamburg/Berlin Offiziell startet das G20-Treffen Freitag, doch das Mega-Ereignis wirft seine Schatten voraus. Er soll ab Sonntag 12 Uhr gelten.

Die Meinungsforscher haben die Einstellung der Bürger in allen 17 G20-Ländern außer China, Saudi-Arabien und der EU untersucht.

Mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung traf am Donnerstagvormittag ein Sonderzug mit Hunderten G20-Gegnern im Hamburger Hauptbahnhof ein. Aus Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg sind 440 zusätzliche Beamte auf dem Weg.

Wie die Bundespolizei mitteilte, wurden 210 Personen kontrolliert. Trotzdem wurden einige Details bekannt - auch aufgrund der erheblichen Sicherheitsvorkehrungen bereits im Vorfeld. Mit Spannung wurde der Auftritt von US-Präsident Donald Trump erwartet, der mit seinem Abschottungskurs wesentliche Gipfelziele blockieren könnte. Kremlchef Wladimir Putin nächtigt im Park Hyatt.

Erdogan hat mehrfach an den saudi-arabischen König Salman appelliert, die Sanktionen gegen das Emirat zu beenden. Keine Frage wurde im Vorfeld so heiß diskutiert. Gesprochen werde über alles, worüber Trump sprechen wolle, heißt es. Es ist aber die Frage, ob das Gebäude den Sicherheitsanforderungen der Amerikaner genügt.

Für ihn wird die erste Begegnung mit Trump das Hauptereignis in Hamburg sein. Mit Demonstrationen oder Mahnwachen verliehen sie ihrem Protest Ausdruck. In Gipfel-Kommuniqués tauchen dann Schlüsselbegriffe wie "politische Herausforderung" auf, man beschließt, die "Fluchtursachen gemeinsam zu bekämpfen". Die Demonstrationsverbotszone rund um Messegelände und Elbphilharmonie umfasst 38 Quadratkilometer. Einsatzkräfte seien mit Flaschen und Latten angegriffen worden. Das sind umgerechnet 285 Millionen Euro. Ein Großteil davon trägt der Bund als Gastgeber. Dabei muss sie das Kunststück vollbringen, einen Gipfel der Uneinigen zu einem Gipfel der Einigkeit zu erklären, ohne dass es allzu sehr auffällt und noch bevor das Treffen so richtig Fahrt aufgenommen hat. Möglicherweise gibt es in der Hansestadt weitere erste bilaterale Gespräche von Gipfelteilnehmern. Wer nicht ausreichend Zeit hat, bekommt einen Verpflegungsbeutel mit Brot, Käse, Wurst, Obst und einem Müsliriegel.

Im Saal gibt es nur ein größeres Problem.

Für die Gipfelteilnehmer und ihre Partner findet ein Konzert statt. Die Delegation aus Saudi-Arabien etwa hat in ihrem Hotel unter anderem 30 Lämmer für die Gipfeltage vorbestellt. Am Nachmittag steht außerdem die wohl heikelste Demo von Gipfelgegnern an: Der Aufzug von 8000 Linksautonomen unter dem Motto "Welcome to Hell". Damit stellten sich auch Wackelkandidaten wie China, Russland und Saudi-Arabien gegen den US-Präsidenten.

Die Handels- und Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump gefährdet den Erfolg des ersten G20-Gipfels in Deutschland. Trumps Positionierung in Klimaschutz- und Handelsfragen gelten bei der Arbeit an einer gemeinsamen G-20-Erklärung als das größte Hindernis in Hamburg. Am liebsten eben immer neben der deutschen Kanzlerin.

In dem gut einstündigen Gespräch habe man über mehrere Punkte der G20-Agenda diskutiert, teilte ein Regierungssprecher mit. Die Show in der Barclaycard Arena steht unter dem Motto "Für Freiheit". Durch direkte Investitionen von Unternehmen soll die afrikanische Wirtschaft angekurbelt werden.