WHO: Behandlung der Gonorrhö wird immer problematischer

Montag, 10 Jul, 2017

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt nun vor Superkeimen, die mit keinem Antibiotikum mehr bekämpft werden können. Die Auswahl an Medikamenten, die noch helfen würden, sei sehr begrenzt, teilte die WHO am Freitag mit. Wi zufolge erkranken weltweit jährlich 78 Millionen Menschen an Gonorrhoe. Vor allem eine zurückgehende Kondom-Nutzung, gestiegene Mobilität sowie unentdeckte Infektionen tragen zu einer immer weiteren Verbreitung bei.

"Die Bakterien, die Gonorrhoe verursachen, sind sehr schlau", erklärt die WHO-Ärztin Teodora Wi in einer Mitteilung. Für eine Untersuchung hatten Forscher Daten aus 77 Ländern ausgewertet. "Immer, wenn wir eine neue Klasse von Antibiotika nutzen, entwickeln sich die Bakterien weiter und bilden Resistenzen". Laut WHO ist Afrika der Kontinent mit den höchsten Raten dieser Infektionen. Entzündungen der Eierstöcke bei der Frau oder der Nebenhoden beim Mann sowie eine dauerhafte Unfruchtbarkeit. Unbehandelt kann die Krankheit schwere Folgen haben, wie Unfruchtbarkeit oder Erblinden. In einem Pilotprojekt sollen die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika gegen Gonorrhö gefördert sowie gleichzeitig Programme entwickelt werden, um die Wirksamkeit langfristig zu erhalten. So hat nur einer von zehn infizierten Männern Symptome. Frauen sind überdurchschnittlich häufig von Komplikationen betroffen.

Aktuell würden nur drei neue chemische Substanzen in verschiedenen Phasen der klinischen Erprobung stehen. Denn gegen andere Medikamente sind Resistenzen noch weiter verbreitet.

Ein Problem sei auch, dass es keine günstigen, zuverlässigen und einfach verfügbaren Tests für die Krankheit gibt, heißt es in der Mitteilung der WHO.

Dagegen will die WHO mit einer Aufklärungskampagne vorgehen.

"Um Gonorrhoe zu kontrollieren, brauchen wir neue Werkzeuge für eine bessere Prävention, Behandlung, eine frühere Diagnose und eine lückenlosere Überwachung von Infektionen", fordert Marc Sprenger, Direktor für Antimikrobielle Resistenzen bei der WHO. Außerdem solle die Einführung eines neuen Antibiotikums beschleunigt werden.