Berliner Flughafen Tegel offen halten

Dienstag, 11 Jul, 2017

Auch deshalb kann man über die Offenhaltung des Flughafens Tegel nachdenken.

Im Konsensbeschluss von 1996 hatten Berlin, Brandenburg und der Bund festgelegt, dass der Flughafen Tegel nach der Eröffnung des Großflughafens BER geschlossen werden muss. Die Projektpartner Berlin und Brandenburg waren nach eigenen Angaben vorab nicht informiert.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt von der CSU hatte am Freitag überraschend eine Offenhaltung des Flughafens Tegel neben dem neuen Hauptstadtflughafen BER als Möglichkeit bezeichnet.

Der Flughafen Tegel soll nun möglicherweise doch nicht dicht gemacht werden. Bei der Äußerung Dobrindts habe es sich um einen "persönlichen Debattenbeitrag" gehalten. Gemeinsam hatten sie vor zwei Jahrzehnten vereinbart, Tegel zu schließen, wenn der neue Hauptstadt-Flughafen in Schönefeld in Betrieb geht.

Sechs Jahre ist es her. Eine Haupstadt mit zwei Flughäfen sei gut vorstellbar. "Der BER bekommt ein Kapazitätsproblem", teilte Dobrindt mit. Der Minister forderte dem Branchenportal FVW zufolge von der Flughafengesellschaft daher eine Prüfung, "wie die notwendigen rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden können". So rechnete Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup vor, dass der parallele Betrieb von BER und Tegel zusätzlich zwischen 100 und 200 Millionen Euro kosten würde.

Air Berlin würde im Falle eines Weiterbetriebs in Tegel bleiben wollen.

Die Länder Berlin und Brandenburg reagierten empört auf Dobrindts nicht abgestimten Vorstoß.

Claudia Sünder, Sprecherin des Berliner Senats, warf Dobrindt daraufhin mangelnde Verlässlichkeit vor. Der Potsdamer Regierungssprecher Florian Engels sagte: "Partnerschaft sieht anders aus".