Metro-Aufspaltung ist vollbracht - Neustart an der Börse

Mittwoch, 12 Jul, 2017

Das Amtsgericht Düsseldorf habe die Aufspaltung ins Handelsregister eingetragen, teilte der Konzern mit - demnach sei die Aufspaltung wirksam. "Ein historischer Tag - für unsere Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden". Doch nun geht alles ganz schnell.

Den Namen Metro wird laut Medienberichten weiter existieren: Er wird künftig von dem aus der Spaltung hervorgegangenen Lebensmittelspezialisten genutzt, zu dem neben den Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören. Die Papiere sollten ihren Besitzern am Mittwoch nach Handelsschluss zugeteilt werden.

Die Börsenzulassung der Aktien der neuen Metro an der Börse Frankfurt und der Börse Luxemburg erfolgt im Laufe des Tages. Bereits am Donnerstag sollen die beiden aus der bisherigen Metro hervorgehenden Unternehmensteile an der Börse notiert sein. Mit dem Rechtsnachfolger der alten Metro - der Holding Ceconomy mit Europas größtem Elektronikhändler Media-Saturn - ist zunächst nur einer der beiden Konzernteile im Nebenwerteindex MDax vertreten. Sie kommt bislang auf einen Jahresumsatz von rund 22 Mrd.

Die neuen Konzerne sollen sich nach dem Willen Kochs auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Anleger könnten sich nun aussuchen, ob sie sich im Handel mit Lebensmitteln oder mit Elektronikgeräten engagieren wollen. Auch Zukäufe würden erleichtert.

"Wir erwarten beschleunigtes Wachstum, mehr Effizienz und sind sehr optimistisch, Werte für unsere Anteilseigner zu schaffen", versprach Koch, der auch an der Spitze des neuen Lebensmittelhändlers stehen soll.

Media-Saturn-Chef Haas führt dagegen Ceconomy. Analysten hatten der alten Metro vorgeworfen, sie hinke bei der Profitabilität hinter Wettbewerbern hinterher. Ceconomy sei ein Start-up mit einem Milliarden-Umsatz.

Gegen die Aufteilung hatte sich Media-Saturn-Minderheitseigner Erich Kellerhals gestemmt. Er fürchtete, dass sein Einfluss in der neuen Holding schwindet. Kellerhals hatte sich juristisch erbittert gegen die Teilung gewehrt, das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte der Metro indes in weiten Teilen Recht gegeben. Verbliebene Klagen würden auf dem Rechtsweg geklärt und verzögerten die Aufspaltung nicht mehr. "Wir wollen auch eine aktive Rolle in der europäischen Marktkonsolidierung spielen", kündigt Pieter Haas an.