Erneut Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

Freitag, 14 Jul, 2017

Verdi fordert von dem Online-Versandhändler einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels sowie bessere Arbeitsbedingungen. Während andere Versandhändler "faire Löhne nach Tarif bezahlen, hält man bei Amazon scheinbar wenig von gerechter Bezahlung". Es wird ein hohes Bestellvolumen erwartet.

Auch am Standort Bad Hersfeld würden neue Mitarbeiter befristet eingestellt und Überstunden angesetzt. Seitens der Kunden gibt es keine Berichte über nennenswerte Lieferverzögerungen in zeitlichem Zusammenhang mit den Arbeitsniederlegungen. "Dies wollen wir am Prime Day mit einem Strike Day deutlich machen". Die Dienstleistungsgewerkschaft bezeichnet das Online-Versandhaus als "Lohndrücker der Branche".

Die Streikenden wollen ihre Forderungen zudem mit einer Demonstration in die Öffentlichkeit tragen. Die Kundgebung findet um 12 Uhr am Benno-Schilde-Platz statt.

Während Amazons Prime Day wurde an sechs Amazon-Standorten in Deutschland gestreikt.

Christian Dülfer, Geschäftsführer von Amazon Bad Hersfeld, sagt dazu: "Bereits Anfang April starteten die Prime-Day-Vorbereitungen in unseren Bad Hersfelder Logistikzentren". Wir sind ein starkes Team und wirklich jeder Kollege und jede Kollegin packt an diesem Tag kräftig mit an, um das Kundenversprechen zu erfüllen.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi legten Beschäftigte an Amazon-Standorten in Leipzig, Graben bei Augsburg, im osthessischen Bad Hersfeld sowie in Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen die Arbeit nieder.