Haribo mit Zyankali erpresst Harte Strafe für den Jammer- Rentner (74)

Freitag, 14 Jul, 2017

Wegen versuchter Erpressung des deutschen Süßwarenherstellers Haribo und der Supermarktketten Lidl und Kaufland hat das Landgericht Bonn einen Pensionisten zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Werner F. (74, Name geändert) hatte gedroht, Goldbären und Colorado mit Zyankali zu vergiften. Nicht nur vom Bonner Süßwaren-Hersteller, auch von den Supermarkt-Ketten Lidl und Kaufland hatte der Senior Bitcoins gefordert, eine Internetwährung.

Als Motiv nannte der Rentner Geldnot und Schulden. Zugleich habe der Mann aus Dortmund seine Forderungen auf eine Million Euro in der Internet-Währung Bitcoin erhöht.

Zunächst hatte der Rentner im August 2016 in neun Lidl-Filialen im Ruhrgebiet Buttersäure in Fleisch-, Fisch- und Eistheken verteilt, um seine Geldforderungen zu untermauern. Zum Glück kam das im Darknet bestellte Gift nie bei F.an.

Bei mit Zyankali vergifteten Haribo-Produkten wäre das anders gewesen: Es führt zu einem qualvollen Erstickungstod. Aber: "Sie haben nicht aufgehört", sagt de Vries in Richtung des Angeklagten.

Noch am gleichen Abend wurde F.s Haus durchsucht, wurden Einlieferungsbelege der Erpresserbriefe gefunden.

Auf einer Kurierfahrt war der 74-Jährige, der seine 180-Euro-Rente mit Nebenjobs aufbessert, Heiligabend 2016 festgenommen worden. Sein Anwalt Thomas Ohm sagt, man werde nun beim Bundesgerichtshof Revision einlegen.