Küchenhersteller Alno geht in die Insolvenz

Freitag, 14 Jul, 2017

Mit dem Aus für Alno hat sich auch die umstrittene, bosnische Unternehmerfamilie Hastor verzockt.

Die Insolvenz soll in Eigenregie starten und kann demnach auch in einer erfolgreichen Sanierung des Unternehmens enden. Anderenfalls wird ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet und der Küchenbauer unter die Kontrolle eines vorläufigen Insolvenzverwalters gestellt. Die Investment-Gesellschaft kontrolliert seit Anfang des Jahres gut 43 Prozent der Alno-Anteile und damit auch der Stimmrechte. Für Michael Föst, den zweiten Bevollmächtigten der Gewerkschaft in Albstadt, hat der Großaktionär zu schnell zu viel gewollt - und nun die Quittung bekommen.

Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit Problemen.

Was ist ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung?

Weil er den neuesten Sanierungsplan des Managements noch nicht kennt, äußert er sich nicht zu den Erfolgsaussichten. Im März habe das Schweizer Unternehmen 100 Stellen gekürzt. Jedoch darf man nicht vergessen, dass das Unternehmen zu einem großen Teil der Unternehmerfamilie Hastor gehört, die zuletzt Grammer übernehmen wollte.

IG Metall: Insolvenz von Alno war absehbar Der geplante Insolvenzantrag des Küchenherstellers Alno ist nach Auffassung der Gewerkschaft IG Metall keine Überraschung. Das Werk in Coswig-Klieken (Sachsen-Anhalt), in dem günstige Pino-Küchen hergestellt werden, ist genauso vom Insolvenzantrag ausgenommen wie die ausländischen Alno-Tochtergesellschaften, darunter auch die Schweizer Tochter AFP mit den Marken Forster und Piatti, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Betriebsratschefin Waltraud Klaiber sagte dem "Südkurier", die Mitarbeiter seien "verärgert, wütend, ohnmächtig und enttäuscht". Sie ließ wissen, sie sehe "die nunmehr beabsichtigte Sanierung in Eigenverwaltung als Chance". Die Strategie des Unternehmens müsse nun darauf ausgerichtet werden, die gewinnbringenden Bereiche zu erhalten und andere, etwa das Marketing und die Produktion von Musterküchen zu verschlanken, so Klaiber.

Wie es danach weitergeht, wollte das Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung nicht kommentieren. Außerdem dürfe es zu keinem weiteren Stellenabbau kommen, forderte der Gewerkschaftsfunktionär weiter.