US-Präsident bei Militärparade in Paris | Macron zeigt Trump Frankreichs Muckis

Freitag, 14 Jul, 2017

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat aus Anlass des französischen Nationalfeiertags die Beziehung seines Landes zu den USA gewürdigt. Erinnert wurde dabei auch an den Lkw-Anschlag von Nizza vor einem Jahr mit 86 Toten.

An der Militärparade nahmen auch US-Soldaten in Uniformen des Ersten Weltkriegs teil.

Anlass für Trumps Besuch ist das Jubiläum des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren; die Amerikaner kämpften damals an der Seite Frankreichs gegen Deutschland.

Zuvor war Macron, begleitet von Reitern der Republikanischen Garde, in einem offenen Militärjeep die Champs-Elysees entlanggefahren und hatte den auf den Gehsteigen versammelten Franzosen zugewunken. Bis zu 10 000 französische Soldaten sind bei der Anti-Terror-Mission "Sentinelle" im Inland im Einsatz, patrouillieren in Bahnhöfen oder auf der Strandpromenade von Nizza - mehr als in den Kampfeinsätzen in der Sahelzone und den Luftschlägen im Irak und in Syrien. "Die Anwesenheit von Präsident Donald Trump und seiner Frau an meiner Seite ist das Zeichen einer Freundschaft, die die Zeiten übersteht", sagt Macron. Trump war der erste US-Präsident seit George Bush im Jahr 1989, der einer Militärparade zum französischen Nationalfeiertag beiwohnte. Frankreich habe in seiner Geschichte "zuverlässige Verbündete gefunden, Freunde, die uns zu Hilfe geeilt sind". "Die Vereinigten Staaten von Amerika gehören dazu. Glückwunsch, Präsident Emmanuel Macron!"

Ehrengast ist in diesem Jahr US-Präsident Trump. Bei einem Treffen im Élyséepalast hatten die beiden Präsidenten sich um Annäherung bemüht - und ihre Unstimmigkeiten etwa bei der Klimapolitik an den Rand gerückt. Macron hob aber wiederholt die Notwendigkeit eines engen Dialogs und einer guten Zusammenarbeit mit den USA hervor - trotz der "Meinungsverschiedenheiten" unter anderem beim Klimaschutz. Eine Militärkapelle spielte die Nizza-Hymne "Nissa la bella", die Musiker bildeten dabei das Wort Nizza.

Am Abend des 14. Juli 2016 war ein Mann in der südfranzösischen Hafenstadt mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast.

Am Nachmittag rückt das Drama von Nizza in den Fokus. Er tötete 86 Menschen und verletzte mehr als 450 weitere, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte den Anschlag für sich.