Donald Trump: Unpassendes Kompliment an Brigitte Macron

Samstag, 15 Jul, 2017

Kaum zurück aus Lausanne - als Botschafter der Pariser Olympia-Kandidatur - traf sich Präsident Emmanuel Macron gestern zuerst mit Angela Merkel zum deutsch-französischen Ministerrat und gleich danach mit Donald Trump. Für Donnerstagnachmittag waren nach einem Besuch des Invalidendoms mit dem Grab Napoleons ein Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron sowie eine gemeinsame Pressekonferenz geplant. Er lobte Macron als "super Präsidenten, einen harten Kerl" und Paris als "wunderschöne, friedliche Stadt", nachdem er die französische Metropole vor ein paar Monaten noch quasi zur gefährlichen No-go-Zone erklärt hatte; in Frankreich kam das damals äußerst schlecht an. Die Ergebnisse wurden mit Spannung erwartet. "Viele Menschen wissen das nicht". Bei der Begrüßung am Invalidendom revanchierte sich Trump, indem er Macrons Hand ein wenig länger festhielt, als dieser es wohl wollte und zog ihn noch einmal zu sich heran. Beide Seiten stimmten im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität im Nahen Osten weitgehend überein, sagte Macron. Das gemeinsame Abendessen am Donnerstagabend in einem Sterne-Restaurant im Eiffelturm werde ein "Abendessen unter Freunden". Er sprach aber auch den Konfliktpunkt Klimaschutz an. Der Pariser Regierungssprecher beschrieb die Einladung nach Paris als ausgestreckte Hand, um Trump "zurück in den Kreis zu holen". Er selbst bleibe dem Abkommen verbunden, wolle es "Schritt für Schritt" umsetzen - und hoffe auf weitere Diskussionen mit den USA.

"Die Anwesenheit von Präsident Donald Trump und seiner Frau an meiner Seite ist das Zeichen einer Freundschaft, die die Zeiten übersteht", sagte Macron.

Dass Macron ein Meister im Herstellen persönlicher Bindungen ist, hat er schon vor seiner Wahl zum Präsidenten im Mai gezeigt.

Melania Trump antwortet Macron, es wird gelacht - was sie sagt, ist aber im Video nicht zu verstehen. Der widerborstige Trump, der sich einen Spaß zu machen scheint, aus multilateralen Vereinbarungen auszuscheren, soll demnach eingefangen werden. Der US-Präsident hatte Anfang Juni den Austritt seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt und damit bei Regierungen und Umweltschützern weltweit für Fassungslosigkeit gesorgt. Macron will aber auch den Klimawandel und den internationalen Handel ansprechen - zwei Themen, bei denen es tiefe Gräben zwischen den USA und der EU gibt. Französische Kampfjets donnern durch den blauen Himmel über Paris und hinterlassen Nebelstreifen in den Farben der Trikolore.

Von links setzte es in Paris zum Teil scharfe Kritik am Empfang des "obersten Klimasünders". Die Reaktion von Brigitte Macron ist weder zu hören, noch ist ihre Mimik zu sehen.

Und das war noch nicht alles: Heute Freitag ist Trump Ehrengast an der farbenprächtigen Truppenparade des "Quatorze Juillet", des französischen Nationalfeiertags. Bei der Militärparade wird auch an den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor hundert Jahren erinnert.

Donald Trump hat mit einem Kommentar über Brigitte Macron mal wieder für Entsetzen gesorgt. Allein für die Absicherung der Militärparade werden angesichts der Anschlagsgefahr 3500 Polizisten im Einsatz sein.