FIFA-Funktionär Chuck Blazer gestorben

Samstag, 15 Jul, 2017

Als Informant wider Willen erlangt er im Fifa-Korruptionsskandal zweifelhafte Berühmtheit. Er starb im Alter von 72 Jahren, berichteten die "New York Times" und das Sportportal ESPN unter Berufung auf seinen Anwalt am Mittwochabend. Das bestätigte sein Anwalt gegenüber Medienvertretern. Auch er hielt zwar unter Sepp Blatter tatsächlich die Hand auf schäffelte Kohle, die ihm nicht zustand - schwärzte jedoch auch zahlreiche Funktionäre an und half dem FBI sogar bei den Ermittlungen gegen die Fifa-Verbrecher. 2013 gestand Blazer, in die kriminellen Geschäfte des Fußball-Weltverbands verwickelt gewesen zu sein und über Jahre hinweg Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Er wurde notgedrungen zum Informanten, ging einen Deal mit den Behörden ein und bespitzelte fortan angeblich andere Funktionäre. Im Nebenraum schnitt das FBI die Gespräche mit.

Blazers Aussagen waren mit ein Grund dafür, dass Sepp Blatter als Präsident an der Spitze der Fifa gestürzt werden konnte. Er selbst wurde lebenslang gesperrt. Zuvor war der US-Amerikaner zwischen 1990 und 2011 Generalsekretär des Kontinentalverbandes von Nord- und Zentralamerika sowie der Karibik (Concacaf).

Der schon länger an Darmkrebs erkrankte Amerikaner gehörte als Mitglied der Exekutive von 1996 bis 2013 jenem exklusiven FIFA-Zirkel an, der die Weltmeisterschaften vergab. So soll sich der Funktionär innerhalb der FIFA den Namen "Mister 10 Prozent" erarbeitet haben, weil dies dem Anteil entsprach, den Blazer bei Geschäftsabschlüssen für sich beanspruchte. So soll er mit seinen Geldgebern abgesprochen haben, dass er zehn Prozent von jedem Dollar erhält, den er der Verbandskasse einbringt.

Dennoch: Chuck Blazer war mehr als derjenige, der seine Kollegen anschwärzte. Im Trump Tower in New York hatte er ein Apartment - und eines für seine Katzen. Verhaftet worden war Blazer 2011 wegen Steuerbetrugs - angeblich als er gerade auf seinem Seniorenmobil auf dem Weg zu seinem Lieblingsrestaurant war.