ÄgyptenZwei Touristen sterben bei Messerangriff in Hurghada

Samstag, 15 Jul, 2017

Politiker verurteilten die Attacke. Das hat das Innenministerium in Hannover bestätigt. Zunächst meldeten mehrere Nachrichtenagenturen, dass es sich um zwei Ukrainerinnen gehandelt habe. "Mein tiefes Beileid den Familien der Ermordeten", so der SPD-Politiker. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass unter den Opfern deutsche Staatsbürger sind.

Laut neuen Berichten handelt es sich bei den Todesopfern um zwei Touristinnen aus Deutschland. Das Auswärtige Amt teilte mit, es habe mit großer Bestürzung von dieser "feigen und niederträchtigen" Tat erfahren, die sich "gezielt gegen Urlauber gerichtet zu haben scheint, die eine unbeschwerte und erholsame Zeit am Meer verbringen wollten".

Laut einem Bekannten der Toten lebten die Frauen dauerhaft in Hurghada. Zunächst bekannte sich niemand zu diesem Angriff.

Inzwischen gibt es auch erste Erkenntnisse über den Täter. Die Angreifer sympathisierten mutmaßlich mit dem IS.

Für Ägyptens Tourismus bedeutet der Angriff einen neuen Rückschlag. Der Mann wurde demnach als der 28-jährige Abdel Rahman aus der Region Kafr al-Scheich in Nordägypten identifiziert.

Der Staatliche Informationsdienst hebt hervor, dass die Gewalt gegen Touristen in dem nordafrikanischen Land in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sei.

Er kenne die beiden Opfer persönlich, sagte der ehemalige deutsche Honorarkonsul Hurghadas, Peter-Jürgen Ely, am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

Ihr spektakulärster Anschlag war der Angriff auf den Metrojet-Flug 9268 am 31. Oktober 2015, den die Terroristen durch eine an Bord geschmuggelte Bombe in einer Getränkedose auf der Sinai-Halbinsel zum Absturz brachten, alle 224 Menschen an Bord starben, der Großteil davon Touristen. Laut Zeugen attackierte er seine Opfer in mindestens zwei Hotels.

Nach Angaben aus den Sicherheitskreisen war der Angreifer am Freitagmorgen mit einem Bus nach Hurghada gekommen, wo er sich das Tatmesser kaufte. Nach der Flucht von dem Strand habe der Mann auch im benachbarten Hotel "El Palacio" nach Gästen gestochen, sagte der Manager des Gästehauses, Khaled Taha. "Wir haben den Typen mit seinem Messer gestoppt". Offenbar schlugen sie den Angreifer nieder: Der Mann war zeitweise bewusstlos gewesen und wurde vom Personal gefesselt. Weitere Fotos zeigen eine in einer Hotelhalle liegende Urlauberin im Bikini, die blutverschmiert ist. Der Badeort am Roten Meer wird von vielen ukrainischen und anderen europäischen Touristen besucht. Seit den 1980er Jahren sind mehr als 250 Hotelanlagen in dem früheren Fischerdorf entstanden.

Die Bluttat ereignete sich am Freitag an einem Strand des beliebten Ferienorts.