Novak Djokovic droht eine längere Pause

Samstag, 15 Jul, 2017

In seinem zwölften Halbfinale in Wimbledon trifft Federer am Freitag (14. Juli) auf Tomas Berdych aus Tschechien. Für Djokovic war es die erste Aufgabe seit acht Jahren.

Beim Stand von 6:7 (2), 0:2 hatte er gegen den Tschechen Tomas Berdych, der zuvor Dominic Thiem in fünf Sätzen niedergerungen hatte, aufgegeben.

Murray, 30, blieb nicht der einzige Versehrte an diesem Tag.

Kein Wunder, dass der große Profiteur im kränkelnden Grand-Slam-Unternehmen, zuletzt die segensreiche Wirkung einer sehr langen Pause erlebt hatte: Comeback-Supermann Roger Federer.

Bei Sandplatzkönig Rafael Nadal reichte die Kraft nach seiner historischen Tat von Paris nur für die erste Woche.

Roger Federer nach seinem Sieg im Halbfinal
Federer ohne Satzverlust ins Finale gegen Cilic

Murray-Bezwinger Querrey (29) erreichte derweil bei seinem 42. Grand-Slam-Turnier zum ersten Mal das Halbfinale. Nach Wimbledon 2016 musste sich der Schweizer wegen einer Verletzung notgedrungen bis zum Ende des Jahres vom Spielbetrieb abmelden und gönnte sich eine lange Erholung. Bei Federer indes löste das unplanmäßige Aus der alten Wegegefährten ehrliches Bedauern aus: "Ich hoffe als Rivale und Freund, dass es ihnen bald wieder besser geht".

Federer ist fast 36, er hat jüngst am eigenen Leibe erfahren, wie die Zeit an den Knochen nagt. Auch Titelverteidiger Andy Murray war in seinem Viertelfinale gegen den US-Amerikaner Sam Querrey sichtbar angeschlagen und verlor in fünf Sätzen 6:3,4:6,7:6 (4), 1:6,1:6. Nadal, Murray und Djokovic sind nicht viel jünger. "Nur so passieren große Dinge", sagte er. Von acht Vergleichen mit dem 1,98-Meter-Mann hat Murray nur einen verloren, vor sieben Jahren im Finale von Los Angeles auf einem Hartplatz. "Das Problem habe ich schon seit anderthalb Jahren, aber so schlimm war es noch nie", sagte der Serbe, der mit einem Turniersieg in Wimbledon wieder zur Nummer eins hätte aufsteigen können. Er stand auch am Mittwoch erneut weniger als zwei Stunden auf dem Platz und hat im Vergleich mit seinen verbleibenden Kontrahenten generell mit grossem Abstand am wenigsten Zeit auf dem Court verbracht.

In Wimbledon steht Berdych zum dritten Mal in der Runde der letzten vier.

Dabei hatte Murray perfekt in den Match gefunden und seinem Gegner gleich in dessen erstem Aufschlagspiel den Service abgenommen. Er habe immer wieder während seiner Karriere mit Hüftproblemen zu kämpfen. "Das heißt aber nicht, dass es für alle ein Patentrezept ist".

Drei der großen Vier des Herren-Tennis scheitern in Wimbledon früh. "Ich spiele sehr gut, bin ausgeruht, frisch und voller Vertrauen". Am Kanadier Milos Raonic revanchierte er sich mit einer Glanzleistung (6:4, 6:2, 7:6) für die Niederlage im vergangenen Jahr, die ihn zum Umdenken und schließlich zur Auszeit bewogen hatte.