Terror stoppt die Deutschen nicht: 1.600 Touris in Hurghada gelandet

Samstag, 15 Jul, 2017

Die ägyptische Anwaltschaft für Staatssicherheit rief in einer Erklärung dazu auf, Spekulationen und voreilige Schlussfolgerungen zu der Bluttat zu unterlassen. Aus Sicherheitskreisen in Kairo hatte es zuvor geheißen, der Täter habe den Auftrag für die Tat von der Terrormiliz IS bekommen. Nach dem Mord an zwei deutschen Touristinnen im Badeort Hurghada am Roten Meer stellt sich aber erneut die Frage: Wie sicher ist Ägypten noch?

Es handelt sich demnach um einen Studenten aus dem Norden Ägyptens. Zur Herkunft der verletzten Urlauber gab es unterschiedliche Angaben. Er wird verhört. Das Motiv des Täter ist völlig unklar. Maskierte Angreifer hätten die Polizisten am Morgen in der Provinz Gizeh in Al-Badrashein rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Kairo beschossen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Er soll keine Vorstrafen gehabt haben. Vier weitere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt. Das Auswärtige Amt in Berlin schloss am Abend nicht aus, dass bei der Messerattacke auch Deutsche getötet wurden. Nach allem, was bislang bekannt sei, sollte die Tat gezielt ausländische Touristen treffen.

Die Agentur Interfax berichtete, dass eine russische Frau verletzt worden sei und berief sich dabei auf das russische Konsulat. Er wollte dem Manager eines betroffenen Hotels zufolge noch mehr Menschen erstechen.

"Wir haben den Typen mit seinem Messer gestoppt", sagte Taha. Daran seien Sicherheitskräfte des Hotels beteiligt gewesen. Offenbar schlugen sie den Angreifer nieder: Der Mann war zeitweise bewusstlos gewesen und wurde vom Personal gefesselt. Hotelmanager Taha vermutet, dass der Mann psychisch krank sei. Der Mann wurde verhaftet und wird nach seinen Beweggründen befragt. Außenminister Sigmar Gabriel verurteilte den tödlichen Angriff als "feiges Verbrechen". "Mein tiefes Beileid den Familien der Ermordeten", schrieb er auf Twitter.

Dagegen sagte der ehemalige deutsche Honorarkonsul Hurghadas, Peter-Jürgen Ely, am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur, es handele sich bei den beiden deutschen Todesopfern nicht um Urlauberinnen, sondern um dauerhafte Bewohnerinnen Hurghadas. Eine weitere Bekannte von ihm habe die beiden Frauen nach der Tat identifiziert.

Die Sicherheitsmaßnahmen in Hurghada wurden verschärft. Allein seit Dezember wurden bei Selbstmordanschlägen und anderen Angriffe auf die koptische Minderheit mehr als 100 Menschen getötet.

Bereits im Januar 2016 hatte ein Mann in Hurghada bei einem Messerangriff drei Touristen verletzt.

Gerade waren vor allem deutsche Touristen wieder in größeren Zahlen an die Strände des Roten Meeres zurückgekehrt und zur wichtigsten Gästegruppe in Ägypten aufgestiegen. Die Ferienregion ist auch bei Deutschen beliebt.

Hurghada am Roten Meer ist bei Ausländern sehr beliebt.

Der Tourismus in Ägypten kämpft seit den Umbrüchen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Jahr 2011 mit Problemen. Die Extremisten übernahmen auch die Verantwortung für den Absturz eines russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai im Oktober 2015. Bei dem Unglück starben alle 224 Menschen an Bord.