Wieder neue Hoffnung für Baby Charlie

Samstag, 15 Jul, 2017

Bei der Anhörung im Fall des schwerkranken britischen Babys Charlie sollen die Eltern aus dem Gerichtssaal gestürmt sein. Michio Hirano, ein Professor für Neurologie an der Columbia University in New York, schätzt die Chancen auf zehn Prozent, dass sich Charlies Zustand mit einer experimentellen Therapie verbessern wird. Die Ärzte im Londoner Great Ormond Street Hospital, in dem Charlie behandelt wird, glauben nicht mehr daran, dass ihm geholfen werden kann. Er stützt seine Aussage vor Gericht auf angeblich neue Forschungsergebnisse. Der Londoner High Court muss entscheiden, ob die lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet werden müssen oder ob der Bub weiterhin behandelt wird. Sie wollen ihm weiteres Leid ersparen und fordern, dass er in Würde sterben soll. Bei erfolgreicher Behandlung könnte Charlie nach Angaben des US-Arztes einige Stunden am Tag selbst atmen. Er habe bereits irreparable Schäden am Hirn erlitten, argumentieren sie.

Charlies Eltern wollen ihn dagegen für eine experimentelle Therapie in die Vereinigten Staaten bringen.

Der elf Monate alte Junge leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung, dem mitochondrialen DNA-Depletionssyndrom (MDDS), bei dem insbesondere das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Derzeit wird das Baby künstlich beatmet.