Zwei Festnahmen nach "barbarischen" Säureattacken in London

Samstag, 15 Jul, 2017

Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick zufolge prüft die Londoner Polizeibehörde zusammen mit dem britischen Innenministerium nun, ob schärfere Regeln für den Kauf von Chemikalien notwendig sind.

Die britische Hauptstadt erlebt seit vielen Jahren eine beispiellose Welle von Säureattacken: Seit 2010 wurden 1800 Vorfälle gezählt - allein in den letzten beiden Jahren zählte die Polizei laut BBC über 700 Angriffe.

London - Die Angreifer kamen auf Mopeds, schleuderten ihren Opfern Säure ins Gesicht und verschwanden wieder in der Londoner Nacht.

Laut Metropolitan Police hat eines der Opfer "lebensverändernde Verletzungen" erlitten. Mindestens in zwei Fällen griffen die Täter offenbar gezielt Mopedfahrer an, um ihnen die Fahrzeuge zu stehlen.

Alle Opfer mussten ins Krankenhaus, eines wird vermutlich für Lebzeiten entstellt sein. Die Attacke soll Donnerstagabend zwischen 22.25 Uhr und 23.37 Uhr stattgefunden haben. Sie bespritzten ihn mit Säure und haben anschließend sein Moped gestohlen. Das Opfer habe laut vor Schmerzen geschrien.

Die Polizei in London hat einen 16-jährigen Teenager festgenommen, der einer Serie der Säureangriffe verdächtigt wird. Die meisten der verletzten Männer seien laut britischen Medien Essenslieferanten gewesen. Ihm werden schwere Körperverletzung und Raub vorgeworfen.

Säure-Attacken werden in London immer häufiger. Die Täter sprühten ihren Opfern Säure ins Gesicht. Polizeichefin Dick zufolge handelt es sich um einen Trend, der bis vor kurzem in Großbritannien beinahe unbekannt war.

Erst im April waren in einem Nachtklub im Londoner Stadtteil Hackney zwölf Menschen durch Säure verletzt worden. Resham Khan feierte mit ihrem Cousin ihren 21. Geburtstag, als ein Angreifer Säure durchs offene Fenster ihres Autos schleuderte.