Tausende Rechte beim Rockkonzert in Themar - ruhiger Auftakt

Sonntag, 16 Jul, 2017

Themar/HildburghausenDer Weg für das bundesweit wohl größte Neonazi-Festival des Jahres in Südthüringen ist nun auch von rechtlicher Seite frei.

In Themar hatten Bewohner in den vergangenen Tagen bunte Plakate mit Aufschriften wie "Raus mit der braunen Seuche" oder "Lieber buntes Multikulti als braune Einfältigkeit" aufgehängt. Die Polizei sprach am Samstagnachmittag von einem anhaltenden starken Zulauf. Viele Autos würden derzeit auf den vorgesehenen Wiesen keine Parkplätze finden. Statt der erwarteten 2000 Menschen demonstrierten mehrere Hundert geschlossen gegen Rechts.

"Das Sicherheitskonzept gegen das Konzert 'Rock gegen Überfremdung' ist bislang voll aufgegangen", sagte ein Polizeisprecher.

Der Zulauf bei den Gegenprotesten war entgegen der Erwartungen verhalten. Neun Veranstaltungen waren im Vorfeld angemeldet worden. Die Polizei will bis zu 1000 Beamte einsetzen.

Bevor sie das mit hohen Gittern eingezäunte Festivalgelände auf einer Wiese betraten, wurden die Besucher von der Polizei durchsucht.

Bis zum Nachmittag seien zehn Verstöße wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen sowie acht weitere Straftaten wie Beleidigung, Sachbeschädigung oder Drogenmissbrauch festgestellt worden.

Die Polizei kontrolliert außerdem alle Einfallstraßen nach Themar, auch in benachbarten Bundesländern.

Bürgerinitiativen, die Kirche und Privatleute hatten im Vorfeld zum Protest aufgerufen. Die Stadt selbst hat weniger als 3000 Einwohner. Er gab zu bedenken: "Wir sind hier in einem ländlichen Raum".